Mobilstation Mitte Altona

Hamburg-Altona
Maßnahmentyp | Mobility Hubs an Wohnanlagen |
Name des Projektes | Mobilstation Mitte Altona |
Bundesland | Hamburg |
Einwohner*innen | 275.011 |
Besiedelung | Überwiegend städtisch |
Lage | Sehr zentral |
Kommune | Hamburg-Altona |
Zuständige Abteilung | Björn Ruhkieck und Mathias Eichler, mittealtona@proquartier.hamburg |
| Lokale Herausforderungen | Hoher Anspruch an Inklusion |
Maßnahmenbeschreibung
Mitte Altona wurde auf einem ehemaligen Güterbahnhofsgelände am Zentrum des Hamburger Bezirks Altona errichtet. Nutzung, Bebauung etc. wurden 2014 in einem städtebaulichen Vertrag zwischen den Investor*innen und der Stadt Hamburg festgelegt. Auf ca. 13 Hektar wurden bis Ende 2020 1.600 Wohneinheiten fertiggestellt und bezogen. Daneben gibt es Flächen für Gewerbe, für soziale Infrastruktur und einen Park. Das Quartier wurde auto-reduziert geplant und gebaut mit 0,4 Stellplätzen pro Wohneinheit. Als alternative, nachhaltigere Mobilitätsangebote stehen an zwei Carsharing-Stationen bis zu 15 Leihautos bereit, StadtRAD Hamburg betreibt zwei Fahrradleihstationen und eine neue Buslinie wurde eingerichtet.
Ebenfalls im städtebaulichen Vertrag festgelegt wurden die Inhalte und die Finanzierung eines Quartiers- und Mobilitätsmanagements, u.a. mit der Aufgabe einen Lastenradverleih zu organisieren. Nun können Lastenräder in der Mobilstation Mitte Altona und ein elektrischer Anhänger rund um die Uhr gebucht und ausgeliehen werden. Da Inklusion ein zentrales Ziel im Quartier ist, wurde eine Rikscha angeschafft sowie das Rolli-Rad, ein multifunktionales Lastenrad, mit dem auch Menschen im Rollstuhl mitgenommen werden können. Rikscha und Rolli-Rad sind die ersten, bzw. einzigen Räder dieser Art in Hamburg, die 24/7 ausgeliehen werden können. In der Mobilstation stehen zudem Falträder und ein Bollerwagen zur Verfügung und darüber hinaus wird dort eine Mobilitätsberatung angeboten. U.a. anhand von Umfragen wird die Zufriedenheit der Bewohner*innen mit dem Angebot ermittelt.
Ziele
- Mehr Personen fahren Fahrrad
- Fahrrad steigt in der Wahrnehmung / Statussymbol
- Reduktion Mobilitätsarmut
- Reduktion privater Autoverkehr (sogenannter MIV)
Ergebnisse
Verleihangebot der Mobilstation wird gut genutzt, mit steigender Tendenz
Dauer: Planung und Umsetzung
Kosten / Mittelherkunft
25.000 Euro
Kostenverteilung:
Anschaffung Fuhrpark ca. 25.000 Euro,
Wartung, Reparatur, Versicherung: 5.000 Euro jährlich,
Raummiete ca. 18.000 Euro jährlich
- Investor*innen 100% (Vorgabe des städtebaulichen Vertrags)
Personeller Aufwand
Ca. 400 Stunden jährlich
Beteiligte Ämter
Steuerung durch das Bezirksamt Hamburg-Altona, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Beteiligte Akteur*innen
Bewohner*innen, Soziale Einrichtungen vor Ort, diverse Ämter, Baugemeinschaften, Wohnungsbaugenossenschaften, kommunale und private Wohnungsunternehmen
Kommunikation der Maßnahme
Informationen primär für die Bewohner*innen des Quartiers und benachbarter Quartiere durch Aktionen wie Feste und Beteiligungsaktionen, Homepage, E-Mail-Newsletter, Instagram, Aushänge, Flyer und feste Sprechzeiten
Herausforderungen
Räumliche Lage der Mobilstation am Rand des Quartiers, Anforderungen an Multifunktionalität/ verschiedene Fahrzeugtypen bedingen hohen Aufwand für das Angebot
Besonderheiten
- Beteiligung
- Verkehrsversuch oder Modellvorhaben
- Inklusive Maßnahme
- Temporäre Maßnahme
- Spezifische Zielgruppe: Bewohner*innen
Quelle des Praxisbeispiels:
Land Hamburg, Verkehrsclub Deutschland e.V.
Weitere Praxisbeispiele
Hier finden Sie eine Reihe an weiteren nenneswerten Beiträge aus der Community.
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BARshare
Stadt: Landkreis Barnim
Bundesland: Brandenburg
2019 konnte BARshare für den Landkreis Barnim mit 22 E-Carsharing-Autos und drei Sharing-Lastenrädern an insgesamt zwölf Standorten in fünf Barnimer Orten an den Start gehen. Ziel des Projektes ist es, die nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern.

Stellwerk 60
Stadt: Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Autofreies Quartier in Köln Nippes mit Mobilitätsangeboten: attraktives und barrierefreies Fußwegenetz, komfortables und sicheres Fahrradparken, Carsharing, E-Lastenräder, Mobilitätsstation, Quartiersgarage, gute ÖPNV-Anbindung.
Abbildung: Urheber: VCD Verkehrsclub Deutschland e.V.

Wohnen und Leben am Müggenberg
Stadt: Arnsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Planung eines Neubaugebietes mit Mobilitätsangeboten der Stadt Arnsberg. In sechs Bauabschnitten sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre insgesamt 250 neue Wohnungen entstehen. Umgesetzt werden Ideen aus dem Landeswettbewerb von 2013.
Abbildung: Urheberin: Arnsberger Wohnungsbaugenossenschaft eG

Förderung nachhaltiger Mobilität am Bahnhof Korntal
Stadt: Korntal-Münchingen
Bundesland: Baden-Württemberg
Am Bahnhof werden mit verschiedenen Maßnahmen attraktive Bedingungen für den Radverkehr geschaffen. Darunter Abstellanlagen, Fahrradboxen, Bike & Ride, Stadtumfeldverbesserung
Abbildung: Urheber: Fair Spaces

Seestadt Aspern
Stadt: Wien
Bundesland: Österreich
In diesem neuen Wiener Stadtteil wurde von Anfang an ein entsprechendes Mobilitätskonzept mitgedacht, was eine 80 % Nutzung des Umweltverbundes anstrebt. Dafür wurde z.B. ein direkter U-Bahn Anschluss geschaffen, attraktive Radwege, Sharing Angebote und insgesamt kurze Wege im Quartier.
Abbildung: Urheberin: Wien 3420 aspern Development AG

Lincoln-Siedlung Darmstadt: Mobilitätskonzept und Mobilitätsberatung
Stadt: Darmstadt
Bundesland: Hessen
Mobilitätsangebote: attraktives Fuß- und Radwegenetz, Mobilitätszentrale (Beratung, Service, Parkraummanagement usw.), gute ÖPNV-Anbindung, Tempo-30-Zonen, Carsharing, E-Carpooling, Bikesharing, E-Lastenräder, E-Scooter, Quartiersgaragen.
Abbildung: Urheberin: Stadt Darmstadt
